Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie Jena

Tumoren des Herzens

 

nach obenn Statistik


Tumoren des Herzens sind sehr selten. Sie machen nur 0,05% aller Tumoren des Menschen aus. ¾ davon sind gutartig, ¼ bösartig.


nach oben Ursachen und Entstehung


Wie alle Tumoren haben auch Herztumoren ihren Ursprung im herzeigenen Gewebe, das aus unbekannten Ursachen zu wuchern beginnt bzw. entartet. Die häufigsten Herztumoren sind Myxome, bestehend aus embryonalen Gefäßzellen. Sie machen die Hälfte aller gutartigen Tumore des Herzens aus. Sie können an allen Stellen des Herzens lokalisiert sein, bevorzugt jedoch im linken Vorhof.

Abb. 1) Herzultraschall (Echokardiographie) eines Myxoms, das hier die Mitralklappe verlegt und dadurch zu Beschwerden führt.
Abb. 2) Entferntes Myxom

 

Der zweithäufigste, gutartige Tumor ist das Fibroelastom, bestehend aus Bindegewebszellen. Er kann an allen Stellen lokalisiert sein, bevorzugt jedoch die Herzklappen, speziell die Aortenklappe. Weitere zu nennende gutartige Tumoren sind Lipome (Fettgewebe) und Rhabdomyome (Herzmuskulatur). Zu den extrem seltenen bösartigen Tumoren zählen Rhabdomyosarkome (entartete Herzmuskelzellen) und Angiosarkome (entartete Gefäßzellen). Neben diesen primär im Herzen entstehenden Tumoren können auch Metastasen im Herzen entstehen, insbesondere solche eines Brust- oder Lungen- tumors.

Abb. 3) Papilläres Fibroelastom an der Mitralklappe 

 

nach oben Symptome


Allgemein können Herztumore Herzrhythmusstörungen, Herzklappenverengungen (Stenose) bei Lage nahe der Klappen, Herzinfarkte bei Verlegung der Öffnungen der Herzkranzgefäße bis hin zum akuten Kreislaufversagen mit plötzlichem Herztod verursachen. All diese Störungen können vielfältige Beschwerden hervorrufen, wie Leistungsknick, Luftnot, Schmerzen/Beklemmung in der Brust, Schwellung der Unterschenkel und viele mehr, jeweils im Sinne der Funktionsbehinderung durch den Tumor (Herzklappenverengungen → Symptome der Herzklappenstenosen, Verlegung der Öffnungen der Herzkranzgefäße → Symptome der Koronaren Herzkrankheit).


nach oben Diagnostik


Entdeckt werden diese Tumoren meistens bei der Herz-Ultraschall-Untersuchung (Echokardiographie).

Abb. 4) Herzultraschall eines papillären Fibroelastoms

Eine weitere Quantifizierung des Tumors kann mit Hilfe einer Computertomographie oder auch einer Magnetresonanztomographie durchgeführt werden. Diese beiden Untersuchungen liefern Querschnitts- bzw. Längsschnittbilder des Brustkorbes samt Herz, mit Hilfe derer die nahezu exakte Lage des Tumors bestimmt werden kann. Ein genaues Ergebnis hinsichtlich Gut- oder Bösartigkeit kann nur eine mikroskopische Untersuchung des Gewebes erbringen, sodass ich jedem Fall eine Operation mit Entfernung der Geschwulst durchgeführt werden sollte. Vor einem solchen Eingriff wird noch eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt, die zum einen weitere Hinweise zur Tumorart und zur genauen Lokalisation liefert, andererseits gleichzeitig mögliche andere Erkrankungen des Herzens (Herzklappenfehler oder Koronare Herzkrankheit) feststellen lässt, um diese gegebenenfalls gleich mit zu versorgen.


nach oben Therapie


Auch wenn das Gewebe des Tumors gutartig ist, so muss man den Sitz im Herzen als bösartig bezeichnen, denn Tumoranteile oder aufsitzende Blutgerinnsel können in den Kreislauf verschleppt werden und sogenannten Embolien verursachen. Diese können bis hin zum Schlaganfall oder akuten Durchblutungstörungen der Beine oder Arme führen. Daher empfiehlt sich in jedem Fall eine operative Entfernung der Geschwulst.

Abb. 5) Papilläres Fibroelastom nach Entfernung

Herztumoren werden immer unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine entfernt, da das Herz eröffnet werden muss und somit kein Blut mehr durch es hindurchfließen kann. Die Pumpfunktion mit Verteilung im Kreislauf und die Anreicherung mit Sauerstoff übernimmt eben die Herz-Lungen-Maschine.
Im Bereich der Mitralklappe und der Tricuspidalklappe entfernen wir alle Tumoren in minimal-invasiver Technik. Das bedeutet, dass nur ein kleiner Schnitt an der rechten, seltlichen Brustwand nötig ist, um einen Zugang zum Operationsfeld zu erlangen. Mit Hilfe einer Kamerasystems, das gleichermaßen in den Brustkorb eingebracht wird , lassen sich die Regionen um Mitral- und Triuspidalklappe noch besser einsehen. Die minimal-invasive Variante liefert ein gutes kosmetisches Ergebnis und vermindert das Risiko für mögliche postoperative Wundheilungsstörungen.















Abb.6) Blick in das Herz, der Tumor liegt in der linken Herzkammer, unterhalb der Mitralklappe


RA: rechter Vorhof

LA: linker Vorhof

Post. Mitralsegel: hinteres Segel der
Mitralklappe

TU: Tumor

Tumore im Bereich der Aortenklappe werden hingegen auf dem konventionellen Weg operiert. Hierzu muss das Brustbein längs eröffnet werden. Über einen Schnitt in der Aorta kurz nach dem Abgang aus dem Herzen kann der Zugang zum Tumor hergestellt werden. Nach Entfernung der Geschwulst wird die Kanten der Hauptschlagader sorgfältig miteinander vernäht und mehrfach auch Dichtigkeit geprüft. Der Verschluss des Brustkorbes erfolgt mit chirurgischem Drahtmaterial, das beide Hälften des Brustbeines wieder aneinander legt und ein Zusammenwachsen der Knochenfragmente ermöglicht.

Abb. 7) Papilläres Fibroelastom an der Aortenklappe






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